Ein berührender Film: „Drei Söhne“

Zusammen mit der Gründergruppe der „Frauen für Lemgo“ und dem HANSA-Kino konnte die „Lippische Gesellschaft für Politik und Zeitgeschichte“ ein besonderes Filmerlebnis präsentieren. Gezeigt wurde der Film „Drei Söhne“, der inzwischen auch von der Filmbewertungsstelle als „besonders wertvoll“ eingestuft worden ist. Drei Söhne von Holocaust-Überlebenden stehen im Mittelpunkt, die sich auf ihre jeweils eigene Weise zeit ihres Lebens mit dem künstlerischen Vermächtnis ihrer Väter bzw. ihrer Mutter auseinandersetzen.

Es handelt sich um eine leise, unspektakuläre, aber sehr intensive Auseinandersetzung der sogenannten „Zweiten Generation“, die die Zuschauer im bis auf den letzten Platz besetzten großen Saal des HANSA-Kinos in den Bann zog. In kurzen Interviews vor dem Filmbeginn beschrieben die Regisseurin Birgit-Karin Weber und Teda Wellmer von „Frauen für Lemgo“, dass ihre Zusammenarbeit auf schon lange zurückliegende Konzerte Szymon Laks in Lemgo und Detmold zurückgeht. Szymon Laks, ein polnisch-französischer Komponist war Dirigent im Männerorchster von Auschwitz-Birkenau, dann lange vergessen, erst sehr spät wiederentdeckt, seine Musik untermalt in eindrücklicher Intensität den Film „Drei Söhne“. Sein Sohn ist einer der drei Hauptpersonen des Films.

Der Film schafft Nachdenklichkeit über das Aufwachsen der Zweiten Generation im Schweigen über das nur schwer Sagbare, aufgezogen von zum Teil traumatisierten Eltern – gerade auch auf Opferseite. Der Film aber sensibilisiert für die Unsicherheiten und Brüche im Umgang mit der Vergangenheit der Eltern. Und er zeigt die verbindende Kraft der Kunst.

Ein Teil des Filmpublikums setzte die nachdenklichen Gespräche nach der Vorstellung im Restaurant fort und konnte dabei viel Interessantes von Teda Wellmers Engagement und von Birgit-Katrin Webers Motivation erfahren – vor allem die eigene Auseinandersetzung mit ihrer Elterngeneration noch einmal erinnern.

Alle waren sich einig: Es war eine besondere, eine bisher nicht gekannte Art der Verarbeitung des Unsagbaren. Der Vorsitzende der „Lippischen Gesellschaft für Politik und Zeitgeschichte“, Hermann Haack, ließ es sich deshalb nicht nehmen, Teda Wellmer und der Regisseurin Birgit-Katrin Weber zu danken und ihnen Blumensträuße zu überreichen.